Abgefahren Exklusiv

Im Bann der Extreme: Expeditionen

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Es heißt, man soll immer an seine Grenzen gehen – denn wer nichts wagt, wird nichts gewinnen. Trauen Sie sich einen Schritt weiter zu gehen?

"Reisen bedeutet Grenzen zu überschreiten, auch die eigenen". Wanda Rezat

Er ist schon nicht mehr als kalt zu bezeichnen, der Wind der einem hier oben, im Dickicht der 6000er entgegen schlägt. Eher als unnachgiebig, erbarmungslos und unverschämt frostig. Aber: Wir wollten es so. Wir wollten diese Tour, die uns nicht nur an die obersten Grenzen des Festlandes bringt, sondern vor allem an unsere eigenen. Wir wollen diese Reise, die uns nicht nur zu den extremsten Wetterbedingungen führt, sondern gleichzeitig zu uns selbst. Es ist ein Festland, das glatt, kalt, uneben und schlicht gefährlich ist. Hier herrschen klimatische Bedingungen, denen sich nur die härtesten der Tierwelt angepasst haben. Und denen wollen wir freilich nicht begegnen. Wir haben schon genug mit uns zu tun. Warum machen wir das dann eigentlich? Warum gehen wir dieses Risiko ein, setzen uns solchen Gefahren aus, unternehmen eine Reise, die so gar nichts mit Komfort, sondern mit viel Verzicht zu tun hat – und dennoch nicht eben wenig kostet?

Gegenfrage: Habt ihr schon mal auf dem Gipfel eines 6000- oder wenigstens 5000ern gestanden und die Welt unter euch und um euch herum aus dieser wirklich einmaligen Perspektive betrachtet. Es ist nicht nur die Landschaft, die den Atem raubt. Die ist es vielleicht sogar am wenigsten. Es ist dieses Gefühl, etwas wirklich Großes geschafft zu haben. Das Gefühl absoluter Freiheit. Hier vergisst man Raum und Zeit, denn beides scheint nicht zu existieren. Alles sieht immer gleich aus. Gleich bedrohlich. Gleich erdrückend. Und von hier oben vor allem wunderwunderschön. Und ist das nicht der größte Luxus der heutigen Zeit: Freiheit, Raum, Zeit?

Es heißt, man soll immer an seine Grenzen gehen, denn wenn man nichts riskiert, dann wird man auch nicht erfolgreich sein. Genau nach diesem Credo funktioniert der Kerngedanke jeder Expedition. Ursprünglich bedeutet der Begriff „sich zum Feldzug losmachen“, also für ein risikoreiches und nicht ganz ungefährliches, gleichzeitig aber auch mutiges und einem höheren Zweck dienendes Unterfangen. Denn eine Expedition im Sinne einer Reise zielt nicht selten auf neue, außergewöhnliche Entdeckungen und Erforschungen ab. Die Ziele dafür: Die geballte Natur, gänzlich unerschlossene Gebiete mit sämtlichen klimatischen und landschaftlichen Extremen. Auch das ist gewissermaßen Luxus: Ein Zielgebiet in aller Ursprünglichkeit kennen zu lernen. So, wie es vielleicht nie wieder jemand sehen wird. Den Urzustand entdecken, erleben, in der Erinnerung verwahren.

Nach diesem Verständnis sind Expeditionen wahlweise die perfekte Einmal-im-Leben Reise für all jene, die einmal fernab der ausgetretenen Touristenpfade und vor allem aus der eigenen Comfort Zone ausbrechen möchten, oder die einzig wahre Möglichkeit, die Welt zu entdecken.

In jedem Fall weckt das Wort Expedition unweigerlich Assoziationen: Große Herausforderungen und oft noch größere Entdeckungen, kleine und große Abenteuer, kleine Nervenkitzel und große Adrenalinschübe, vielleicht auch ein bisschen Gefahr – Ganz ehrliche, ungefilterte, superauthentische Begegnungen Grenzerfahrungen eben.

Expedition sind überall da möglich, wo es noch unerschlossenes Gebiet, und damit einhergehend, klimatische Extreme gibt. Ob mit dem Eisbrecher durchs Arktische Meer, um Pinguinkolonien zu beobachten, auf Forschungsreise bei den Eisbären von Spitzbergen oder inmitten der Artenvielfalt der Galapagosinseln. Expeditionen in Form von Kreuzfahrten bieten ein absolutes Wow-Erlebnis. Denn Schiffen wie der Nordstjernen, der Fram von Huritgruten oder auch der Bremen und der Hanseatic von Hapag Lloyed verbinden Reisen zu außergewöhnlichen Plätzen und seltener Flora und Fauna mit maximalem Komfort und höchstem Service. Dabei reist man immer in recht kleinen Schiffen, die wendig in potentiell jede spannende kleine Bucht kommen, dabei aber freilich keine den Witterungen angepassten, technisch für Expeditionsreisen relevanten Voraussetzungen missen. Immer mit an Bord: Ein Top-Expertenteam, das für die optimale Vorbereitung sorgt und geduldig und kompetent für alle Fragen ein offenes Ohr hat.

Von ganz anderem Reiz: Eine Bergexpedition. Basislager, Zwischenlager, Gipfel. Und dann dieser Blick. Und dann noch der Abstieg, jetzt mit ganz anderem Ansporn. Das Tiefblau der Weltmeere weicht dem eisigen Weiß der Berge und dem mal strahlenden Blau, mal erstreckend dunklen Grau des Himmels. Hier oben seid ihr ganz, ganz nah an Mutter Naturs schönsten und schlechtesten Tagen. Das spannende bei Expeditionen aller Art: Die vielen Kulturen, die aufgrund der gleichen Leidenschaft zusammen treffen, die gleichen Grenzen miteinander ausdehnen möchten, ganz schnell als Team zusammenwachsen und sich gegenseitig immer wieder motivieren. Fast wie eine ganz spezielle kleine Familie aus Gleichgesinnten.

Grundvoraussetzung bei aller Leidenschaft ist natürlich Erfahrung – Nicht nur die des bloßen Bergsteigens, sondern diverser anspruchsvoller Gipfel, um den krassen Bedingungen vor Ort gewachsen zu sein, physisch wie psychisch. Deswegen geht jeder gemeinsamen Expedition, beispielsweise beim Spezialisten Diamir Erlebnisreisen, eine umfassende Schulung voraus, die Theorie und Praxis eint, um bestens auf die gemeinsame Trekkingtour durch die Hochgebirge der Welt gewappnet zu sein. Sämtliche Lizenzen und Genehmigungen müssen ebenfalls nicht in Eigenregie eingeholt werden, sondern zählen zum Service des Veranstalters der Expedition. Lästiger, zeitraubender Papierkrieg gehört also nicht zu den persönlichen Vorbereitungen, was die Vorfreude nur noch mehr steigern wird.

Die Bergexpedition variieren in Dauer und Schweregrad. Letzterer ist bei allen Expeditionsreisen vermerkt und detailliert hinsichtlich des Anforderungsniveaus beschrieben. Wer nicht gleich den Kilimanjaro oder gar den Mount Everest erklimmen möchte, der kann auch eine der kürzeren Routen zu weniger hohen Bergen nutzen, um sich langsam heran zu wagen. Für den Mount Everest beispielsweise werden zwei Hauptrouten angeboten – Eine Expedition über die Nordseite über Tibet und eine über die Südseite und Nepal.

Ob im Arktischen Meer oder in der Antarktis, in Sibirien oder den Galapagos-Inseln, ob im Himalaya oder im Südpazifik – Unerschlossen muss es sein, je ursprünglicher, desto besser. Fast wie einst Pangaea, der Superkontinent. Und all diese spannenden Ziele zeigen: Die Welt ist noch voll mit Unerschlossenen, das nur darauf wartet, von unerschrockenen Abenteurern erkundet zu werden und sie unweigerlich in ihren Bann zu ziehen.   
 

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